Warum kann ich mich nicht ändern?
- Kerstin Schulz-Höfel
- 18. Feb. 2025
- 4 Min. Lesezeit
Hattest Du schon mal einen Neujahrsvorsatz? Stress abbauen, besser essen, regelmäßig Sport treiben, das Rauchen aufgeben, weniger Alkohol trinken?
Herzlich Willkommen im Club!
Ca. 40 % der Deutschen nehmen sich zu Beginn des Jahres vor, etwas in ihrem Leben zu ändern. Bei den Meisten bleibt es bei dem Versuch...
Warum ist es so schwierig, etwas zu verändern, dass uns doch eigentlich gut tun würde?
Viele wünschen sich weniger Stress, mehr Zeit für Freunde und Familie, einen gesünderen Körper... und fallen dann doch in ihre alten Muster zurück.
Aber woran liegt das? Habe ich nicht genug Disziplin? Schon möglich ;-)
Aber der Hauptgrund ist, dass unser Gehirn nicht mitspielt! Unser Gehirn ist nämlich ein eher faule Geselle - wobei das auch nicht ganz richtig ist. Es ist effizient! Einmal etablierte Gewohnheiten - ich nenne sie Trampelpfade - werden gerne wiederholt, da sie einfach zu rekonstruieren sind, ohne viel Energie aufwenden zu müssen.
Unser Gehirn arbeitet möglichst Energieschonend, da es jeden Tag durch wahnsinnig viele Sinneneindrücke und Gedanken beschäftigt wird.
Durch Wahrnehmungsselektion entscheidet es täglich, welche Informationen relevant sind und bewusst verarbeitet werden müssen. Damit schützt es uns vor Reizüberflutung und ermöglicht uns effizientes Handeln.
Viel Zeit für neue Gewohnheiten hat es dementsprechend nicht mehr! Hast Du also einen ausgefüllten, oder sogar stressigen Alltag, ist Dein Gehirn vorrangig damit beschäftigt, Dich so gut es kann, vor Überlastung zu schützen.
Deswegen greift es auch schnell zu den altbewährten "Trampelpfaden", sobald es Überlastung wittert! Sich dagegen durchzusetzen, erfordert eine enorme Kraftanstrengung deinerseits, die Dich aber wiederum immer weiter in die Überlastung bringt, je öfter Du gegen Dein Gehirn "ankämpfst".
Mit logischem Denken kommst Du also nicht weit.
Hier geht es für Dein Gehirn ums Überleben - und das ist in unserem Stammhirn verankert. Unser Stammhirn arbeitet eng mit unserem limbischen System zusammen, das wiederum für Emotionen und Motivation zuständig ist. Unsere Emotionen haben demzufolge Einfluss auf unser Stammhirn, dass Funktionen wie den Herzschlag, die Atmung, den Blutdruck und auch Reflexe (Husten, Schlucken, Blinzeln), sowie unseren Schlaf-Wach-Rhythmus steuert.
Das bedeutet, dass unser limbisches System entscheidet, welche Emotion wichtig ist und unser Stammhirn setzt diese Entscheidung körperlich um.
Ein Beispiel: Du hast Hunger. Der Hypothalamus (Teil des limbischen Systems) sorgt dafür, dass das Stammhirn die entsprechenden Körperprozesse anpasst, damit Du Dich um etwas zu Essen kümmerst. Sobald Du isst, belohnt Dich das limbische System mit Dopamin.
Deine Verhaltensweise wird also belohnt, Du fühlst Dich gut und Dein Verhalten wird zu einem "Trampelpfad", je öfter Du diese Belohnung erhältst.
Dein Gehirn muss dann nicht mehr groß über diesen Prozess "nachdenken". Die Emotion "Hunger" wurde mit den Verhalten "Essen" verknüpft und belohnt. Funktioniert und ist in diesem Fall auch sinnvoll - sonst würdest Du nämlich verhungern ;-)
Nun funktioniert das aber nicht nur bei sinnvollem Verhalten:
Du bist gestresst. Dein Hypothalamus sendet entsprechende Signale an Dein Stammhirn. Herzschlag und Blutdruck erhöhen sich, Deine Atemfrequenz steigt und vermutlich schläfst Du dadurch schlechter.
Anstatt Entspannungsübungen zu machen, die Dir gerade zu lange dauern - Du hast ja keine Zeit und willst schnell Entspannung - trinkst Du Rotwein.
Der Alkohol verstärkt die Wirkung des Neurotransmitters GABA, der für Entspannung und Beruhigung sorgt.
Dein Gehirn lernt: Rotwein ist eine Abkürzung zur Entspannung - also effizient. Abgespeichert.
Fatal - denn je mehr Du dieses Verhalten etablierst, umso schwerer wird es, es wieder loszuwerden.
Wenn Du nun diese Gewohnheit ändern möchtest, erfordert es eine Machete, viel Energie und Zeit, um den eingelaufenen Weg zu verlassen und sich einen neuen, gesünderen Weg zu schaffen, wenn wir mal bei dem Bild der Trampelpfade bleiben.
Wenn man nun einen starken Verbündeten hätte... Jemanden, der uns mit "schwerem Gerät" dabei unterstützt einen neuen Weg zu erschaffen. Einen Weg, der so mühelos zu gehen ist, dass der alte Weg zuwächst und verschwindet... Tja, das wäre schön!
Gibt es! Unser Unterbewusstsein!
Wenn wir unseren bewussten Verstand mit einem normal großen Menschen vergleichen, dann ist unser Unterbewusstsein ein Elefant!
Auf meinem Instagram-Account habe ich das mal anhand meiner beiden Hunde dargestellt.
Ich habe eine 10 jährige Parson-Russel-Terrier Hündin ( klein, 7 kg) und einen 4 jährigen Broholmer Rüden (sehr groß, 65 kg).
Die Hündin ist unser bewusster Verstand, der Rüde unser Unterbewusstsein.
Die Kleine hat immer "dicke Fresse" und dominiert den Großen überwiegend. Aber wenn unser Großer etwas wirklich WILL, dann hat unsere Hündin keine Chance!
Wie hole ich jetzt das Unterbewusstsein auf meine Seite?
Dafür muss man wissen, wie man mit dem Unterbewusstsein kommuniziert!
Es braucht Bilder und Emotionen - etwas, was ihm unser bewusster Verstand nicht liefern kann, da er mit Sprache und Zahlen arbeitet.
Die beiden verstehen sich also schlichtweg nicht, was zu Missverständnissen führt.
Formuliert unser Verstand wie folgt:
Ich bin verzweifelt, weil ich meinen Alltag nicht schaffe.
Kreiert unser Unterbewusstsein folgendes Bild:
Einen verzweifelten Menschen.
Du musst wissen: unser Unterbewusstsein bewertet nicht! Es setzt vielmehr alle Hebel in Bewegung, um Deine Vorstellung Realität werden zu lassen. Es arbeitet nach dem Motto: Dein Wunsch ist mir Befehl.
Du erkennst die Tragweite!
An dieser Stelle breche ich eine Lanze für Hypnose-Therapie, da sie gehirngerecht mit Deinem Unterbewusstsein arbeitet. Effizient!
Sie ist das "schwere Gerät" für neue Trampelpfade! Pfade, die zu weniger Stress, besserer Ernährung, mehr Bewegung usw. führen!
Wie genau das funktioniert, werde ich in meinem nächsten Beitrag erklären!
Solltest Du nicht warten wollen, schreib mir: kerstinhoefel@web.de

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